Rezension: Belasco – Something Between Us

Erscheinungsdatum: 17.03.06
Label: Supermusic (ALIVE)

Rezension - CD belasco

We are Belasco from UK… and You must be the USA.

Ich weiß nicht genau, was es eigentlich ist, das mich an einer Band wie Belasco noch fasziniert. Ärgere ich mich doch heutzutage immer noch, dass ich damals beim Hurricane Festival den Built to Spill Auftritt sausen ließ, zu Gunsten jener damaligst frisch umjubelten Band Placebo in „groß und echt“ auf der Hauptbühne. Doch der Placebo vergleich zählt bei Belasco auch nur bedingt. Naja, zu mindest haben sie auch einmal mit Fulton Dingley – seines Zeichens eben auch Placebo Produzenten – zusammengearbeitet.

Die Geschichte um die aktuell erscheinende Belasco-Platte „Something Between Us“ liest sich wie so ‚n olles Drehbuch zu der ein oder anderen Sechziger-Jahre Beat-Viel-versprechung: kleines Indie-Label schafft Über-Erfolg mit ersten (Weltweit-)VÖ’s. Große Musikbosse werden aufmerksam und signen Belasco vom Indie-Fleck weg. Noch größere Musikbosse prophezeien das noch größer werden der Belasco’s als Thron-Inhaber Coldplay in Big USA. Kleinerer Musikboss verliert urplötzlich den rechten Glauben an die Band und droppte die Jungens vom ehrwürdigen Mercury-Label. Zack! Band traurig und will sich auflösen. Wäre man doch – wie konnte nur – hätte, hätte, Herrentoilette.

Nun liegt mit „Something Between Us“ eine Band-Rettung erster Güte vor. Die Belasco Indie-Mama „Supermusic“ konnte retten, was es zu retten gab, flickte die Band wieder zusammen und stellte sie auf die Füße. Gut so! Das nun vorgelegte 12 Tracks umfassende Machwerk „Something Between Us“ bringt ein Querschnitt der ersten beiden Alben und fördert zusätzlich den einen oder anderen Aha-Effekt zutage. Neben dem den Belasco-Freunden bereits bekannten Material finden sich zahlreichen Single-, EP und B-Seiten-Songs auf „Something Between Us“, die den Kauf also auch für die Fans rechtfertigen. Aber ein „Best-Of“ Album vor erreichen des „Best-Of“ Status? Mag man sich wundern. Doch erinnern wir uns, dass man nach dem ersten Band-Supergau nun keine Zeit mehr verlieren darf. Es gilt schnellstmöglich die Gänze der Indierockwelt zu begeistern.

Es mag daran liegen, dass ich schon immer in Sechzehntel-Basslinien verliebt war, auch wird mein Verlangen nach harmonischen Melodieauflösungen überaus willig gestillt, doch letztendlich überzeugt mich die großartige – und nicht einmal androgyne Stimme – einer Indierockband, welche es locker mit den Placebo’s der Jetztzeit aufnehmen kann. Ein britisches Musikmagazin fordert Belasco bereits als Headliner des nächsten Glastonbury’s. Hey, es läuft doch!

Sicher würden Built to Spill auch nicht im Festival-Gegenprogramm spielen, denn die Entscheidung würde mir natürlich wieder schwer fallen. Aber ich bin heilfroh, Belasco bereits live gesehen zu haben. Denn diesmal tät ich mich garantiert ärgern, mich vielleicht gegen sie zu entscheiden. (lp)

Wenn ich Dir ein Mixtape aufnähme,…
…wäre Song 7 „I Know“ mit drauf!